Mercedes-Benz Luxemburg ist die älteste noch existierende Auslandsvertretung der Daimler AG. Sie geht zurück auf den Kontakt zwischen Karl Benz, dem Erfinder des Automobils und dem 1846 in Diekirch geborenen Jean Wagner während der Weltausstellung 1900 in Paris.
Nomen est Omen, hatten die Wagners doch seit 1871 eine Wagnerei und Kutschenfertigung, was also lag näher als sich mit der neuen Generation der Mobilität - nunmehr mit Motorkraft - zu widmen? Mit Benz & Cie., der damals größten Automobilfabrik der Welt, hatte man einen perfekten Partner. Wenn auch die Erfindung des Automobils bereits im Jahr 1886 erfolgte, so lebte man nicht nur in Luxemburg Ende des 19. Jahrhunderts in einer weitgehend autofreien Welt, deren Verkehr von Eisenbahnen und Kutschen bewältigt wurde. Die Automobile dieser Zeit glichen mehr motorisierten Kutschen. Auch ihre Bezeichnungen wie Victoria, Vis à Vis oder Phaeton waren dem Kutschenbau entliehen.
Eines der ersten Automobile, das Luxemburger Boden befahren hat, dürfte ein Benz Victoria mit Baron Theodor von Liebieg am Lenkstock gewesen sein. Von Gondorf am Rhein fuhr Liebieg nach Reims über Luxemburg. Es war ein kleiner Teil einer über 939 km gehenden Reise. Seinen Aufzeichnungen ist zu entnehmen, dass er in Grevenmacher durch eine dort stattfindende Prozession aufgehalten wurde und dass man die Stadt anschließend über blumengestreute Straßen verließ. Ein Kontrastprogramm zum Zustand der anderen Straßen. Mehr als einmal war von Liebieg mit seinem Copiloten Dr. Stransky in den vom Regen aufgeweichten Staubstraßen stecken geblieben. Trotz geringer Leistung, ein Benz Victoria verfügte über einen Einzylindermotor mit 3 PS, verbrauchte das Fahrzeug etwa 21 Liter Benzin auf 100 Kilometer.